Personnages [madness & arts]

Madness & arts Festival Münster, Samstag 06.05.2006, Theater im Pumpenhaus

In eine Probe am Theater (in diesem Falle nur der Regisseur mit einer fiktiven Person am Licht) platzen sechs Personen auf der Suche nach einem Menschen, der ihnen die Möglichkeit des Auflebens und der Daseinsberechtigung bietet. Pirandellos Farce „Sechs Personen suchen einen Autor“ wird von der Compagnie de l’Oiseau-Mouche aus Roubaix (Frankreich) sehr tänzerisch, poetisch und aufs Wesentliche reduziert umgesetzt.

Wie Hänsel und Gretel Spuren hinterlassend, tauchen die sechs im Theater auf, Kieselsteine zeichnen den Weg. Sie alle haben Mund, Zunge, Augen, Ohren etc. alles dran nur niemand füllt ihre Existenz mit Sinn. So tanzen sie um ihr Leben. Blecheimer gefüllt mit den restlichen Kieselsteine werden zu Rhythmusmaschinen, eine Staubwolke füllt den Raum…

Später ist der Boden, das Theater mit all den Steinen bedeckt und dem Regisseur ist alles zu verrückt: „Ein Schauspieler braucht ein Textbuch!“. Er zeigt ihnen wo es lang geht, seine Vision von Theater: an Gummiseilen hängend sagen sie immer wieder seinen Text auf und vollführen seine Bewegungen, bis sie erschöpft am Boden liegen.

Am Ende zeichnen den Tatort Theater die Kreideumrisse der Personen… sie haben Spuren hinterlassen.

Schnell wird dieses, durch Tanz und Poesie bestechende Stück zur Frage nach der Daseinsberechtigung nicht nur als Künstler sondern viel mehr als Mensch, als „unfertiger“ Mensch und eben auch als Mensch mit Behinderungen. Und schnell wird klar diese sechs haben viel zu bieten, egal wie unfertig sie sein mögen…

10. Mai 2006 von
Kategorien: Theater | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

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